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Frische Luft tanken, wandern, erkunden und genießen…

das war unser Ziel beim diesjährigen Teamevent in den Thüringer Wald.
In herrlicher Lage, direkt am Rennsteig, umsäumt von Waldwiesen, Buchen- und Fichtenwäldern liegt Masserberg. Der Ort hat bereits eine lange Tradition als Kur- und Erholungsort und erhielt 1999 das Prädikat "Heilklimatischer Kurort".
Wir bildeten in diesem Jahr eine etwas größere Gruppe, denn einige konnten ihren Partner/ihre Partnerin begeistern, uns zu begleiten.
So starteten wir in den frühen Morgenstunden in Richtung Schönbrunn, wo wir als Erstes ein Gewürzmuseum besuchten.
Schon beim Betreten des Museums empfingen uns die verschiedensten Düfte aus der ganzen Welt. Wir erhielten von einer Mitarbeiterin eine kleine Entdeckungsreise durch die Welt der Gewürze. Nebenbei wurden wir über unsere eigenen Gewürzkenntnisse befragt und die aufgestellten Gewürzbäume mit einem Wissenstest fanden reges Interesse. Fühlen, anfassen und riechen war hier selbstverständlich erlaubt!
Die Geschichte der Gewürze reicht in Schönbrunn bis in das Jahr 1873 zurück. Die Gewürzwerke firmierten seinerzeit unter dem Namen "Gewürzwerk Rud. Schmidt Wwe." und waren bis zum 2. Weltkrieg das größte Gewürzunternehmen in Europa. Wir lernten, dass das Wwe. für Witwe stand, die das Vermächtnis ihres Mannes nach seinem Tode weitertrug. Nach der Enteignung im April 1948 wurde das Gewürzwerk zunächst von einem Treuhändler verwaltet und 1948 dem Landesverband Thüringen der Konsumgenossenschaft mit Sitz in Erfurt rechtlich übertragen. Nach der Wende übernahm im Jahr 1990 die Fuchs Gewürze GmbH die Anteile des Konsums und zählt heute mit einem neuen Werk und über 700 Arbeitsplätzen zum größten Arbeitgeber im Landkreis Hildburghausen. Im kleinen Verkaufslädchen fand der eine oder andere dann noch ein Gewürz, welches im Haushalt fehlte.
Nach diesem informativen Besuch fuhren wir direkt nach Masserberg zum Wandern. Unser Ziel war die Werraquelle, die wir über einen Rundwanderweg erreichen wollten. Auf dem Parkplatz in Masserberg merkte Silke plötzlich, dass sie ihre Jacke im Gewürzmuseum vergessen hatte. Nur gut, dass Thomas Reserven im Auto hatte und Silke nicht frieren musste. Das Wetter war uns hold. Blauer Himmel und der Herbst zeigte sich in seinen schönsten Farben. Die Werraquelle entspringt hier in rund 800m NN südlich des Eselsbergs. Seit Jahrzehnten streitet man über die eigentliche Quelle der Werra. Nicht weit vom Bleßberg bei Siegmundsburg, an der Nahtstelle vom Thüringer Wald zum Thüringer Schiefergebirge, entspringt der zweite Arm der Werra. Einheimische sprechen von der "echten" und der "falschen" Werraquelle. Auch heute noch wird so manche Wortschlacht zwischen Fehrenbachern und Siegmundsburgern geführt. Mehrere Untersuchungen und Gutachten wurden auf Grund der Streitigkeiten in Auftrag gegeben. Diese konnten jedoch keine eindeutige Klärung herbeiführen.
Kurz vor Ende des Rundweges erreichten wir die bekannte Rennsteig-Turmbaude in einer Höhe von 830 Metern. Einige stiegen die Treppen hinauf, um den wunderschönen Blick über den Thüringer Wald zu genießen und Fotos zu machen.

Inzwischen stellte sich bei allen ein Hungergefühl ein. Die Zeit war gekommen für eine Tasse Kaffee und ein großes Stückchen Kuchen. Im Cafe Daheim, eine ortsansässige Konditorei, genossen wir nun die lang ersehnte Pause.

Aber was wäre Masserberg, ohne einen Glasbläser besucht zu haben! So begaben wir uns in die Kreativglasbläserei Sachs. Von Herrn Sachs persönlich erhielten wir eine kleine Einführung in seine Arbeit
sowie Informationen zur Geschichte und Gegenwart der Glaskunst. Die Geschichte des Thüringer Glases begann im 14. Jahrhundert, als im Thüringer Wald eine Vielzahl von Glashütten gegründet wurde. Die Stäbe und Röhren dienten als Ausgangsmaterial für die Glasbläser, die sie – zumeist in Heimarbeit – mittels einer Öllampe erhitzten und zu Glasperlen, Figürchen und anderen Artikeln umformten. Interessant war auch zu erfahren, dass Glasbläser und Glasmacher zwei unterschiedliche Berufe sind. Er erklärte uns die heutige Technik und Verarbeitung der verschiedenen Materialien, wie z. B. das hochwertige Lauschaer Glas und Glas der Firma Schott. Nach der Theorie kam die Praxis. Die blau-violette Flamme zuckte kurz, als Herr Sachs die bleistiftdicke Glasstange hinein hielt. Vorsichtig drehte er den Stab. Nach einer Minute konnte er das eben noch harte Glas wie Karamell in die Länge ziehen und nach seinen Wünschen formen. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.
Nun konnten wir selbst tätig werden und uns in der Glasbläserei einmal versuchen. Unter den Freiwilligen waren nur Silke und Max, die sich gar nicht so schlecht anstellten. Das Ergebnis ihrer künstlerischen Aktion ist im Büro zu bestaunen.
Die Herstellung des außergewöhnlichen Glasschmuckes, wie z.B. individuelle Hochzeitsgeschenke und formschöner, funktioneller Glasschmuck, sind in seinem Verkaufsraum zu bewundern. Ein besonders außergewöhnliches Produkt ist der Hochzeitsknoten, welcher als Hochzeitsgeschenk oder für besondere Anlässe verwendet werden kann. Wer sich hier nichts gekauft hat, war selber schuld!

Der Tag neigte sich langsam dem Ende. Bis zum Abendessen hatten wir jedoch noch etwas Zeit und nutzten diese für einen gemütlichen Spaziergang im Ort. Im Hotel „Schöne Aussicht“ ließen wir uns von den bekannten Kochkünsten verwöhnen. Die Spezialität des Hauses sind Steaks des amerikanischen Weiderindes in verschiedenen Größen und Varianten sowie der Honigwilli. Ein Obstler, der hier in der Region hergestellt wird und sich großer Beliebtheit erfreut. Gut gesättigt begaben wir uns gegen 20:30 Uhr auf die Heimreise nach Erfurt. Ein bisschen müde waren wir schon irgendwie, immerhin waren wir auch den ganzen Tag an der frischen Luft.
Am Dienstag bekamen wir einen netten Anruf vom Gewürzmuseum Schönbrunn. Silkes Jacke hing tatsächlich noch dort. Nun wurde die Jacke per Post mit einem kleinen Zweizeiler nachgeschickt. An dieser Stelle vielen Dank an die umsichtigen Mitarbeiter dort.

Eure Bettina

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Steckbrief

Teamevent am 14.10.2017


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